Ein schöner Weißabgleich z.B. im Standesamt

Der Weißabgleich… So manche von uns brachte dieses Problem an den Rand der Verzweiflung! Zu Zeiten der reinen analogen Fotografie wurde die Farbkorrektur gleich mit der dementsprechender Filmwahl gelöst: es gab einen für Outdoor und einen für Indoor. In der digitalen Welt ist die Sache mit dem Weißabgleich etwas komplizierter.

Besonders das Mischlicht im Standesamt kann den Fotografen schon mal den Spaß gründlich verderben. Mit den hübschen grünen Vorhängen vor dem Fenster und einem roten Teppich am Boden, dann noch der verregnete Himmel und dazu die gelbe Beleuchtung an der Decke. Na Halleluja!

In solchen Situationen ist die automatische Weißabgleich-Funktion der Kamera ganz oft, sagen wir mal hilflos. Der Weißabgleich macht was er will – nur nicht das, was wir Fotografen uns wünschen: einen natürlichen Hautton – einen, bei dem unsere Kunden nicht aussehen, als ob sie in Quarantäne gehören.

 

Doch was ist der Weißabgleich überhaupt und wozu brauchen wir ihn?

Das Licht, auch wenn wir dies nicht sehen, hat eine bestimmte Temperatur, welche von vielen Faktoren abhängig ist. Wie z.B. der Tageszeit, dem aktuellen Monat, dem Wetter und natürlich der reflektierender Umgebung.

In der Kamera wird die Farbtemperatur gemessen und den Lichtverhältnissen angepasst, leider nicht immer korrekt und so kann es vorkommen, dass das Foto einen Farbstich bekommt und dadurch etwas furchterregend erscheint. Weil das menschliche Auge diesen Prozess automatisch und sehr souverän vollzieht, sind wir hier verwöhnt. Deiner Kamera musst du manchmal etwas helfen.

Wir möchten dir ein paar Tipps verraten, wie wir das Problem mit dem Weißabgleich in schwierigen Licht-Situationen lösen.

Was tun, wenn der automatische Weißabgleich nicht ausreicht?

Du kennst doch den Spruch: „Viele Wege führen nach Rom!“ 

Genau so verhält es sich mit dem Weißabgleich. Rüste dich gut aus, lerne den Weißabgleich zu verstehen und wähle je nach Situation die geeignete Lösung.

WICHTIG: Es gibt keine universelle Lösung die IMMER funktioniert! Seriöse Fotografen wissen das!

Was also tun, wenn der automatische Weißabgleich keine befriedigende Ergebnisse liefert?

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1. Einstellungen direkt in der Kamera vornehmen

Eine digitale Kamera bietet mehrere Möglichkeiten, um die optimale Farbtemperatur = Kelvin passend zur jeweiligen Lichtsituation einzustellen. Da hätten wir:

  • Sonne
  • Blitz
  • Wolken
  • Kunstlicht
  • Schatten
  • usw…

Sobald der AWB streikt und dich ärgert – wähle eines der Symbole, oft ist bereits damit das Problem gelöst – auf die schnelle sogar.

2. Einsatz einer Graukarte während der Fotosession

In unseren Fototaschen befindet sich jeweils eine Graukarte, sie nimmt nicht besonders viel Platz ein, ist super praktisch und hat uns so manches mal die Arbeit erleichtert.

Hier sind unsere Tipps zum Einsatz einer Graukarte:

  • Positioniere deine Graukarte bei der ersten Aufnahme mitten ins Bildmotiv und mach davon ein Foto – eignet sich super bei Produktfotografie oder New Born.
  • Bei einer Fotosession wie Familie, Pärchen, Boudoir oder Hochzeit – könnte ein Assistent die Karte für das erste Bild halten oder die Kunden selbst, anschließend kommt die Karte zur Seite.
  • Später, beim Bilderbearbeiten am PC klickst du in die abgebildete Karte – mit der Weißabgleich Pipette rein, dabei  wird das „neutrale Grau“ festgelegt und die Farbverschiebungen recht zuverlässig korrigiert.
  • Diesen Wert übernimmst du auf die restlichen Bilder in Lightroom bzw. Photoshop.

WICHTIG: Beim Wechsel der Location, wie es bei Hochzeiten und Pärchenshootings ganz oft der Fall ist – muss die Aufnahme mit der Graukarte in der neuen Umgebung wiederholt werden. Was nicht viel Zeit in Anspruch nimmt, dafür dir den Aufwand der Bildbearbeitung erheblich verkürzt. 

3. ExpoDisc als Weißabgleichsfilter

Für uns haben wir eine weitere Option entdeckt, um den optimalen Weißabgleich an Ort und Stelle vorzunehmen, einen den Lichtverhältnissen angepassten. Hierfür nutzen wir die ExpoDisc 2.0 Weißabgleichsfilter. Vor die Linse gehalten, ermöglicht die ExpoDisc das einfallende Licht zu erfassen und mit ermittelten Daten den individuellen Weißabgleich in der Kamera vorzunehmen.

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Das Bild links wurde aufgenommen, nachdem die Expodisc den korrekten Wert für Weißabgleich berechnete und das Bild rechts wurde mit dem Automatischen WB fotografiert. Der Unterschied ist enorm, vor allem bei Aufnahmen in der Kirche, Standesamt, Hotel Zimmern mit grünem Teppich und allen anderen Situationen mit Mischlicht.

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4. Was tun, wenn der Weißabgleich sich nicht vernünftig einstellen lässt?

In solchen Fällen hilft nur eines: Konvertiere das Bild mit einem schönen Preset in Schwarz/Weiß.

Besonders Partybilder sind davon betroffen, wenn das DJ-Licht in herrlichen Farbnuancen wie knalliges Rot, strahlendem Lila oder noch besser in tiefem Grün die Hochzeitsgesellschaft und das hübsche Brautpaar „bemalt“.

Unser Tipp: Bei sehr schwierigen Lichtverhältinissen ist unsere Kamera auf RAW eingestellt und der Bildstil „Monochrom“ gewählt. Damit konzentrieren wir uns nur noch auf das Fotografieren und lassen uns von Farben nicht mehr irritieren. Auch wenn die Vorschau-Bilder in schwarz/weiß angezeigt werden, bleiben die RAW-Dateien immer noch in Farbe!

 

Wir hoffen unsere Tipps helfen dir weiter, wünschen dir viel Erfolg und immer gutes Licht!

 

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