Anleitung zum Brautportrait vor einem Spiegel

Die schönen Spiegelbilder mit der bezaubernden Elisa lösen immer wieder große Begeisterung in der Fotografenwelt aus. Sie entstanden im Hotel Atlantic in Hamburg, genauer gesagt in der Damen Toilette!

Nach der Renovierung, lässt dieser Raum die Damenherzen um einige Bits höher schlagen. Goldene Spiegel wohin das Auge schaut, samtweiche Hockern vor dem Schminktisch, umrundet wird das ganze mit einer rosafarbenen Blumentapete. Kurz gesagt: Hier muss man (Frau) einfach Bilder machen…

Seit dem erreichen uns oft Nachrichten von Kollegen:innen mit Fragen und der Bitte nach ein paar hilfreichen Tipps: Was muss ich tun, damit auch mir ein solches Bild gelingt? …brauche ich einen Blitz oder reicht auch ein Reflektor? Welche Einstellungen muss ich tätigen?…und welches Objektiv??? usw…

Es wird einfach Zeit für einen ausführlichen Blogartikel, so haben alle was davon. Lass uns keine Zeit mehr verlieren und gleich mit den ersten Fragen starten!

ISO 1250  |  Blende f/4   |  Verschlusszeit 1/100

I. Fotoausrüstung und Kameraeinstellungen

1. Welche Ausrüstung kam zum Einsatz? 

Canon EOS 5D Mark III
Objektiv Canon 35mm
Blitz > Nein
Aufheller oder ähnliches > Nein

2. Mit welchen Kameraeinstellungen wurde bei dieser Szene gearbeitet?

ISO 1250
Blende f/4
Verschlusszeit 1/100 bis 1/125

3. Wie wurden die Bilder bearbeitet? 

In Adobe Lightroom mit unseren eigenen Presets >> hier findest du sie <<

 

II. Vorhandene Lichtquellen nutzen

Das Erste, was unsere Masterclass Teilnehmer lernen ist folgende Frage: Wo ist das schönste Licht? Antwort: Am Fenster oder an einer Tür! Perfekt – genau da gehen wir auch hin, um wirklich schöne Bilder ohne viel TraRam zu machen!

Die Damentoilette im Hotel Atlantic verfügt über ein großes und hohes Milchglasfenster, hier kommt besonders an sonnigen Tagen viel Licht rein. An der Decke befindet sich ein Kronleuchter, an den Wänden sind Lampen angebracht, die Spiegel am Schminktisch sind auch beleuchtet.

Schau, anhand von diesem Foto bekommst du einen sehr guten Eindruck vom Licht und Raum: 

ISO 1250  |  Blende f/4   |  Verschlusszeit 1/100

Die richtige Position beim Fotografieren

Hier können zwar verschiedene Faktoren eine entscheidende Rolle spielen, doch mit unserer Technik wirst du es in Zukunft viel einfacher haben – unsere Schüler lernen sie während der Masterclass.

Folge einfach dieser Schritt für Schritt Anleitung: 

  1. Nachdem du ein Fenster oder ähnliches entdeckt hast, stellst du dich mit einer Schulter (seitlich) zum Licht und positionierst das Model genau dir gegenüber.
  2. Jetzt wirf einen Blick auf dein Model: vom Fenster aus fällt seitliches Licht auf sie, dabei wird die „Sonnen-Seite“ mehr beleuchtet als die „Raum-Seite“. Hierbei fotografierst du im sogenannten 90° Winkel, er eignet sich ideal für die meisten Portraits.
  3. Jetzt schaue auf die Wand hinter deinem Model. Das Tageslicht zeichnet sich auch dort ab und das ist der richtige Platz für ein Spiegelbild. Das Sonnenlicht reflektiert sich im Spiegel und würde auch das Gesicht vom Model schön beleuchten, ohne eine zusätzliche Lichtquelle.
  4. Drück deinem Model einen Spiegel in die Hand, dreh sie mit dem Rücken zu dir und lass sie auf einem Stuhl platz nehmen. Steht ein Schminktisch zur Verfügung? So muss er genau hier her. In unserem Fall befand sich der Schminktisch mit dem Spiegel bereits an der Wand.
  5. Beim Fotografieren ging Christina einen Schritt zur Raummitte, um mehr von der Schattenseite zu arbeiten – das bringt Tiefe ins Bild und betont vorhandene Strukturen im Kleid, Möbel, Haut und Haar.
  6. Der versetzte Blickwinkel gibt gleichzeitig mehr Blick auf das Model frei.
  7. Jetzt noch die richtigen Einstellungen und fertig ist das schöne Bild mit Spiegel: ISO 1250, Blende f/4, Verschlusszeit 1/125

Hier noch ein Tipp: Sind die Fenster mit Gardinen oder Vorhängen verdeckt, mach sie auf – ist das Licht zu stark, kannst du sie jederzeit zuziehen, ob zum Teil oder komplett entscheidet die vorhandene Lichtsituation. 

Tipps zu Kameraeinstellungen

Ein weiterer wichtiger Punkt, welchen wir bei jedem Workshop mit unseren Teilnehmern besprechen, ist die ISO und ihr Einfluss auf die Bildergebnisse. Damit ist nicht nur das Rauschen gemeint, mit dem so viele Kollegen:innen scheinbar ein Problem haben.

Bei den Einstellungen gehen wir nie unter ISO 400! Selbst draußen beim Sonnenschein im Sommer.

Möchtest du wissen warum? Hier sind zwei Möglichkeiten: 

  1. Im folgenden Beitrag beschreiben wir unsere Arbeitsweise >>zum Artikel <<
  2. Im Video (während einer Masterclass aufgenommen) erläutern wir sie >>zum Video Bereich<<

Wir hoffen unser Beitrag war aufschlussreich und hat dir gefallen, hinterlasse einen Kommentar!

 

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